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    "id": 3306,
    "date": "2023-11-10T07:37:16",
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        "rendered": "Legio II Italica &#8211; Die Kelten und die R\u00f6mer"
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        "rendered": "<p>Zwei unterschiedliche Kulturen, die mehrmals bei kriegerischen Auseinandersetzungen aufeinander trafen. Dieser kurze Beitrag d\u00fcrfte f\u00fcr Jedermann interessant sein, der sich mit den Kelten und R\u00f6mern besch\u00e4ftigt. Der Schwerpunkt dieses Beitrags \u00fcber die Kelten liegt auf dem europ\u00e4ischen Festland. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Eroberungsfeldzug der R\u00f6mer nach England und seine sp\u00e4teren Auswirkungen wird weggelassen und bekommt einen eigenen Beitrag unter der \u00dcberschrift &#8222;Das keltische Britannien&#8220;.                                                                                                            <strong>     <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurzer zeitlicher \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ca. 700 v. Chr.<\/strong> Beginn der Eisenverarbeitung in Mitteleuropa. Epoche der Keltenf\u00fcrsten und ihrer Prunkgr\u00e4ber. <strong>Ca. 600 vor Chr.<\/strong> Beginn der keltischen Hallstattzeit. <strong>Ca. 500 vor Chr.<\/strong> Beginn der La-Tene-Zeit. Es kommt zu Umw\u00e4lzungen in der Gesellschaft. Keltische St\u00e4mme machen sich auf die Wanderung gegen Osten und S\u00fcden. <strong>392 vor Chr.<\/strong> Keltenst\u00e4mme erreichen die Grenzen Etruriens <strong>Ca. 390 vor Chr.<\/strong> Kelten erobern Rom, nachdem sie die R\u00f6mer an der Allia vernichtend geschlagen haben. <strong>279 vor Chr.<\/strong> Brennos versucht mit einem Heere einen Angriff auf Delphi und scheitert an einem Schneesturm. Seine Krieger werden von den Griechen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. <strong>154 vor Chr.<\/strong> Die R\u00f6mer eilen dem bedr\u00e4ngten Massalia zu Hilfe und k\u00f6nnen dadurch ihren Einfluss in S\u00fcdgallien ausdehnen. <strong>109 vor Chr.<\/strong> Teutonen und Helvetier \u00fcberschreiten den Rhein Richtung Gallien, da man ihnen im Osten das Land streitig macht. <strong>Ca. 60 vor Chr<\/strong>. Das s\u00fcdliche Gallien ist fest in r\u00f6mischer Hand. <strong>58 vor Chr.<\/strong> C\u00e4sar beginnt seinen gallischen Krieg. <strong>55 vor Chr.<\/strong> C\u00e4sar unternimmt den ersten Feldzug nach Britannien. <strong>54 vor Chr.<\/strong> C\u00e4sar versucht es ein zweites Mal. <strong>54\/53 vor Chr.<\/strong> Erster gro\u00dfer gallischer Aufstand gegen die R\u00f6mer unter Ambiorix, F\u00fcrst der Eburonen. <strong>52 vor Chr.<\/strong> Erneuter Aufstand der gallischen St\u00e4mme unter Vercingetorix. Bei Gergovia, der Hauptstadt der Averner, werden die R\u00f6mer besiegt. Wenige Monate sp\u00e4ter besiegt C\u00e4sar die Gallier bei der Belagerung von Alesia. <strong>46 v. Chr.<\/strong> Vercingetorix wird nach C\u00e4sars Triumpfzug durch Rom hingerichtet. <strong>25 vor Chr.<\/strong> Galatien in der heutigen T\u00fcrkei wird r\u00f6mische Provinz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um das Jahr 0 endet die keltische Epoche.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>60 &#8211; 61 n. Chr.<\/strong> K\u00f6nigin Boudicca f\u00fchrt in Britannien das Volk der Icener in den Aufstand gegen die r\u00f6mischen Besatzer und wird vernichtend geschlagen.        <strong>Ab 407 n. Chr.<\/strong> ziehen sich die r\u00f6mischen Truppen endg\u00fcltig aus Britannien zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufstieg und Niedergang der Kelten vollzogen sich gleicherma\u00dfen f\u00fcr Historiker spektakul\u00e4r. Aus ihrem Stammland n\u00f6rdlich der Alpen gelegen, drangen die St\u00e4mme vom 5. bis 3. Jahrhundert vor Chr. in alle Richtungen vor. \u00dcber die Alpenp\u00e4sse nach S\u00fcden, die Donau entlang bis Ungarn und \u00fcber die Nordsee bis nach Ostbritannien. Aus der Poebene ergossen sich Kriegerhorden \u00fcber den Apennin und versetzten Etrusker wie R\u00f6mer in Angst und Schrecken. Trotz gemeinsamer Anstrengungen der griechischen Stadtstaaten konnten keltische Horden nicht daran gehindert werden bis kurz vor das heilige Delphi vorzudringen bzw. dieses zu pl\u00fcndern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Da es den Kelten an Strategie und Zielstrebigkeit mangelte, die eroberten Gebiete zu halten, erstarkte Rom und die hellenistische Welt. Die Eindringlinge wurden unter Kontrolle gebracht und schlie\u00dflich vertrieben. In der Poebene duldete man sie noch eine Zeitlang. Doch durch den zweiten Punischen Krieg (Hannibal) erkannte Rom die Gef\u00e4hrlichkeit seiner Nachbarn an der Nordgrenze und begann mit einer systematischen Unterwerfung. Im 2. Jahrhundert v. Chr., nach einer Reihe entscheidender Siege, annektierte Rom das Cisalpine Gallien und zur gleichen Zeit wurden die Galater von den pergamenischen K\u00f6nigen \u00fcberwunden. Germanenst\u00e4mme im Norden und der emporstrebende Dakerstaat im Osten bek\u00e4mpften ebenfalls die Kelten. Nachdem Gaius Julius C\u00e4sar intervenierte und die Herrschaft Roms \u00fcber ganz Gallien ausdehnte, wurde unter den r\u00f6mischen Kaisern Augustus und Tiberius der Rest des keltischen Europas unterworfen. Die gallo-r\u00f6mische Kunst, ein neuer Mischstil, war die kulturelle Frucht dieser Unterwerfungen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kelten, von den Griechen Galater, von den R\u00f6mern Gallier genannt, treten in der schriftlichen \u00dcberlieferung erst um die Mitte des vorchristlichen Jahrtausends aus dem Dunkel der Geschichte. Am 18. Juli 387 v. Chr. vernichteten sie an der Allia, einem Nebenfluss des Tibers, das Heer der R\u00f6mer und Latiner. Anschlie\u00dfend nahmen sie unter ihrem K\u00f6nig Brennus Rom ein und besetzten die Stadt sieben Monate lang. Nachdem die Besiegten bereit waren ein L\u00f6segeld zu bezahlen, zogen die Kelten mit gro\u00dfer Beute wieder ab. &#8222;Gleich bei ihrem ersten Einfall bem\u00e4chtigten sie sich des ganzen Landes&#8230;&#8220; schreibt der griechische Philosoph und Historiker Plutarch (50 &#8211; 125 n. Chr.).<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser erste milit\u00e4rische Zusammensto\u00df zwischen zwei gro\u00dfen Kulturen, in diesem Fall siegreich f\u00fcr die Kelten, ersch\u00fctterte ganz Mitteleuropa. Vorausgegangen waren gr\u00f6\u00dfere Z\u00fcge keltischer Volksst\u00e4mme, um neue Siedlungsorte zu gr\u00fcnden. So verlie\u00dfen z.B. einheimische Kelten ihre befestigten H\u00f6hensiedlungen (Oppida) in Nordbayern und h\u00f6rten auf, ihre Toten in Grabh\u00fcgeln zu bestatten, wie dies in der Hallstattzeit \u00fcblich war. Aufgrund des latenezeitlichen Kunststiles l\u00e4sst sich der urspr\u00fcngliche Siedlungsraum der Kelten in einem Gebiet zwischen Marne\/Frankreich im Westen, B\u00f6hmen im Osten, den Mittelgebirgen im Norden und der Schweiz im S\u00fcden lokalisieren. Mit dem Auftreten der Kelten und ihrer Kultur gab es einschneidende Ver\u00e4nderungen in der mediterranen Welt. Beeinflusst von norditalischen, etruskischen und griechischen Impulsen entwickelte sich eine einzigartige Kunst, in der klassische Elemente mit barbarischen Ornamenten und religi\u00f6sen\/mystischen Vorstellungen verschmolzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neue Formen von Grabsitten, Kleidertracht, Stil des Schmucks und insbesondere der Bewaffnung ver\u00e4nderten althergebrachte Strukturen. So entstanden z.B. auf der T\u00f6pferscheibe, die aus dem Mittelmeerraum \u00fcbernommen wurde, wahre Kunstwerke und die Glasverarbeitung erlebte mit Armringen und Perlen aus buntem Glas einen neuen H\u00f6hepunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 220 v. Chr. erfolgte der n\u00e4chste gro\u00dfe Keltenkrieg. Die St\u00e4mme der Insubrer und Boier wurden von den R\u00f6mern in mehreren Gefechten besiegt und r\u00e4umten um 190 v. Chr. die Gallia Cisalpina. Diese zwei St\u00e4mme siedelten schon lange s\u00fcdlich des Flusses Po und gr\u00fcndeten bedeutende Orte wie Bononia (Bologna) und Mediolanus (Mailand). Danach fand man sie nur noch n\u00f6rdlich der Alpen. W\u00e4hren die Boier aus Oberitalien abr\u00fcckten, wurden in Nordbayern gro\u00dfe Befestigungsanlagen durch die Kelten gebaut. Auch in Inneren des Landes wie im mittelbayerischen Raum von Manching und Kelheim. Erfolgte bereits in dieser Zeit Druck von n\u00f6rdlich lebenden germanischen St\u00e4mmen auf das keltische Kernland?<\/p>\n\n\n\n<p>So verlie\u00dfen um 120 v. Chr. zwei germanische St\u00e4mme, die Kimbern zusammen mit den Teutonen ihre Heimat an der Nordsee und zogen in Richtung Italien. Nachdem sich die St\u00e4mme trennten, zogen die Kimbern von Norden her kommend durch Norikum (\u00f6stlich von Bayern) nach S\u00fcden. Nach K\u00e4mpfen mit in Bayern lebenden Kelten, erz\u00e4hlt durch den in Rom t\u00e4tigen griechischen Gelehrten Poseidonios (135 &#8211; 51 v. Chr.), wichen die Kimbern nach Westen aus und zogen \u00fcber das Land der Helvetier nach Italien. In seinem Bericht kam es zu schweren Gefechten zwischen den Germanen und der einheimischen Bev\u00f6lkerung. Nachdem sie in Italien einfielen und mehrere gr\u00f6\u00dfere R\u00f6merheere schlugen, gelang es den R\u00f6mern unter dem r\u00f6mischen Feldherrn und Staatsmann Gaius Marius (157 &#8211; 86 v. Chr.) unter gr\u00f6\u00dften Anstrengungen dennoch ein Sieg \u00fcber die beiden germanischen Nordv\u00f6lker. Allerdings blieb die Furcht der R\u00f6mer vor den Barbaren jenseits der Alpen immer bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>60 Jahre sp\u00e4ter begann eine gro\u00dfe Wende f\u00fcr die keltische und germanische Bev\u00f6lkerung Nordeuropas. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Entwicklung der keltischen Kultur weitgehend ungest\u00f6rt vorangeschritten. 58 v. Chr. begann der r\u00f6mische Konsul und Feldherr Gaius Julius C\u00e4sar mit einem gro\u00dfangelegten Angriff auf Gallien. Ein vereinigtes keltisches Volk gab es nicht, wohl aber wechselnde B\u00fcndnisse zwischen den St\u00e4mmen, ebenso Streitigkeiten und Kleinkriege. Als die keltischen Helvetier aus der heutigen Schweiz von den Germanen bedr\u00e4ngt wurden und in einem gro\u00dfen Zug auf der Suche nach neuem Siedlungsraum waren, hatte C\u00e4sar einen Grund zum Eingreifen. Mit der Begr\u00fcndung, die Freunde des r\u00f6mischen Reiches zu sch\u00fctzen, n\u00e4mlich das Land der keltischen Allobroger, wurden die Helvetier als erstes bei Bibracte besiegt. Nach vielen Schlachten zwischen den Kelten und den R\u00f6mern erfolgte die Niederwerfung der Kelten durch die Besetzung Galliens zwischen 58 und 56 v. Chr. Immer spielte C\u00e4sar in der Machtpolitik die keltischen St\u00e4mme untereinander aus. Doch die Unterst\u00fctzung, die sich einige St\u00e4mme im &#8222;Inner-Gallischen-Konflikt&#8220; erhofften, war tr\u00fcgerisch. Die grausamen Feldz\u00fcge bis auf die britischen Inseln hinterlie\u00dfen ein Feld der Zerst\u00f6rung. St\u00e4dte wurden niedergebrannt, keltische Zivilisten massenweise get\u00f6tet oder in die Sklaverei gef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>In die Auseinandersetzungen waren auch V\u00f6lker \u00f6stlich des Rheins verwickelt, die von C\u00e4sar in seinem Kriegstagebuch &#8222;De Bello Gallico&#8220; als Germanen bezeichnet werden. 55 v. Chr. wagte sich C\u00e4sar das erste Mal \u00fcber den Rhein und \u00fcber den Kanal nach Britannien. 54 erfolgte seine zweite Fahrt \u00fcber den Kanal. Zwei Jahre sp\u00e4ter erk\u00e4mpfte er sich laut seinem Kriegsbericht den gr\u00f6\u00dften Sieg bei Alesia\/Frankreich \u00fcber die Kelten, die sich unter der F\u00fchrung des Vercingetorix zusammengeschlossen hatten. Obwohl viele keltischen St\u00e4mme von der Zusammenarbeit mit C\u00e4sar profitierten, schloss sich eine gro\u00dfe Zahl keltischen V\u00f6lkern zu einem Aufstand gegen C\u00e4sar zusammen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"471\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Eberstandarte-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3496\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Eberstandarte-2.jpg 600w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Eberstandarte-2-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 85vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eberstandarte Soulac sur Mer  \/ Foto www.armae.com<\/p>\n\n\n\n<p>52 v. Chr. war das Jahr der Entscheidung. Nach kleineren Scharm\u00fctzeln verlor C\u00e4sar bei einem Angriff auf Gergovia \u00fcber 700 Legion\u00e4re und 46 Centurionen. Nach der Nachricht \u00fcber den Sieg unterstellten sich immer mehr St\u00e4mme dem Kommando des jungen Keltenf\u00fcrsten Vercingetorix. Nach einem missgl\u00fcckten \u00dcberfall auf die r\u00f6mische Armee zogen sich dann die keltischen Truppen in die Stadt Alesia zur\u00fcck. C\u00e4sar belagerte die Stadt mit allen Regeln der r\u00f6mischen Belagerungskunst, baute einen Belagerungswall um die Stadt, sowie einen weiteren Wall mit Gr\u00e4ben und T\u00fcrmen gegen das anr\u00fcckende Entsatzheer. \u00dcber 250.000 Kelten (laut C\u00e4sar) k\u00e4mpften gegen 50.000 R\u00f6mer. Aber die r\u00f6mische Kriegsmaschine erwies sich als \u00fcberlegen. Im September 52 v. Chr. ergab sich Vercingetorix. Gallien war erobert und r\u00f6mische Provinz. Plutarch spricht von einer Million Toten und einer weiteren Million, die in die Sklaverei gef\u00fchrt worden war. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"408\" height=\"612\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Keltencarnyx.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3499\" style=\"width:630px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Keltencarnyx.png 408w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Keltencarnyx-200x300.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 85vw, 408px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Keltische Kriegstrompete &#8211; Carnyx\/(C) Foto Klaus Peter Horack<\/p>\n\n\n\n<p>C\u00e4sars eigene Version \u00fcber die Kelten und ihre Sitten finden wir in seinem Tagebuch, das seinen Feldzug in Gallien und die Unterdr\u00fcckung der &#8222;Keltischen Barbaren&#8220; rechtfertigen soll. Besonders wichtig ist unter anderem seine Beschreibung der Druiden, den Bewahrern der \u00dcberlieferungen, Sagen, Legenden, Gesetze und Rituale dieses Volkes, das im Ged\u00e4chtnis bewahrt und nur in m\u00fcndlicher Form weitergegeben wurde. Dies k\u00f6nnte auch erkl\u00e4ren, dass von den Kelten keinerlei schriftliche Berichte vorliegen, den C\u00e4sar deutet an: &#8222;<em>Die Druiden betrachteten es als gesetzwidrig, ihr Wissen schriftlich niederzulegen.&#8220; <\/em>Sie \u00fcbernahmen nur die Alphabete ihrer Nachbarn wie der Etrusker, der Griechen und vor allem der R\u00f6mer, um sie f\u00fcr Inschriften auf M\u00fcnzen, Waffen und Denkm\u00e4lern zu verwenden. Sp\u00e4ter entwickelte die Irische Kultur die sogenannte Oghamschrift, ein System von in Stein oder Holz geschnitzte Kerben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer waren die Druiden? Das Wort Druide ist umstritten, es k\u00f6nnte auch so viel wie &#8222;Eichenkundiger&#8220; bedeuten. Die Druiden waren nicht nur Priester, die mysteri\u00f6se Rituale vollzogen. Als Angeh\u00f6rige der Oberschicht waren sie von Abgaben und Kriegsdienst befreit. Der Beruf des Druiden war sehr begehrt, zumal er auch mit einem erheblichen Einfluss verbunden war. Letztendlich waren sie m\u00e4chtiger als keltische F\u00fcrsten und K\u00f6nige, den diese hatten sich nach den Entscheidungen der Druiden zu richten. Ganze 20 Jahre konnte die Ausbildung dauern. Kein Wunder bei dem umf\u00e4nglichen Wissen, das nur m\u00fcndlich weitergegeben wurde. Neben magischen Formeln und religi\u00f6sen Zeremonien mussten sie auch die Stammesgeschichte kennen. Sie sprachen Recht bei Streitigkeiten innerhalb des Stammes oder zwischen den St\u00e4mmen, bei Gewaltverbrechen und Erbunklarheiten. Die Entscheidung des Druiden oder der Druidin, auch Frauen \u00fcbten diesen Beruf aus, war endg\u00fcltig. Um die F\u00fclle des Wissens behalten zu k\u00f6nnen, das einem Druden in 20 Jahren vermittelt wurde, nutzte man einfache Versformen mit Wiederholungen. Auf diese Weise war es m\u00f6glich das Wissen \u00fcber Recht, Gesetzt, Medizin oder Religion, sowie Mythen und Sagen \u00fcber Jahrhunderte weiterzugeben, Zu den zahlreichen Aufgaben eines Druiden geh\u00f6rte auch der G\u00f6tterkult. \u00dcber die Riten ist leider nichts bekannt. Antike Quellen schreiben, dass die Druiden bei g\u00fcnstigem Mond Misteln schnitten. Wuchsen sie auf Eichen waren sie besonders begehrt. Das Druidentum und sein Glaube wurde von den R\u00f6mern verboten. Die R\u00f6mer verunglimpften die Macht der weisen M\u00e4nner und Frauen und versuchten, mit Schauerm\u00e4rchen \u00fcber die Druiden, die Eroberungsfeldz\u00fcge zu rechtfertigen. Man nannte sie auch blutr\u00fcnstige Schl\u00e4chter wie r\u00f6mische Historiker sie beschreiben. Mit einiger Sicherheit handelt es sich bei diesen Darstellungen um Kriegshetze. Vieles \u00fcber die Kelten haben wir nur durch m\u00fcndliche \u00dcberlieferung oder die Schriften ihrer griechischen und r\u00f6mischen Zeitgenossen erfahren, sowie durch Freilegung von Siedlungen und Gr\u00e4berfeldern in weiten Teilen Europas.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"931\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-1024x931.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5133\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-1024x931.jpg 1024w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-300x273.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-768x698.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-1536x1397.jpg 1536w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-13x12.jpg 13w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039-1200x1091.jpg 1200w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0039.jpg 1900w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die griechischen und r\u00f6mischen Historiker beschrieben die Kelten als hochgewachsene, wohlgestaltete, hellhaarige Menschen. Die besonders als geschickte Reiter und Streitwagenfahrer geschilderten Kelten waren furchtlos im Kampf, aber auch energisch, streits\u00fcchtig und sehr prahlerisch. Geschildert wurde vor allem, wie Krieger vor dem Kampf ihr Haar mit Gips- oder Kalklauge wuschen und dauernd von der Stirn aus bis weit in den Nacken k\u00e4mmten, so dass es nach dem griechischen Geschichtsschreiber Diodor (1. Jh. v.Chr.) durch diese Behandlung &#8222;so steif wurde, dass es der M\u00e4hne eines Pferdes \u00e4hnelte&#8220; und steil nach oben stand. Gro\u00dfe borstige Schnurrb\u00e4rte wirkten ebenfalls sehr barbarisch. In mehren Abschnitten seines Geschichtswerks beschreibt er das Aussehen der Kelten. Er beginnt mit ihren K\u00f6rpern von ansehnlichem Wuchs, guter Durchblutung der Muskeln und wei\u00dfer Haut. Schlie\u00dflich beschreibt er noch den Bartwuchs. Einige scherten sich diesen vollst\u00e4ndig, andere lie\u00dfen ihn ein wenig wachsen. Die Vornehmen rasierten sich nur die Wangen, hatten aber daf\u00fcr einen Schnurrbart, der so lang war, dass er den Mund bedeckte und daher mit den Speisen in Ber\u00fchrung k\u00e4me, sowie beim Trinken als Sieb fungierte. Die Kelten waren auch als hervorragende Schwertk\u00e4mpfer bekannt, gebrauchten auch Wurfspie\u00dfe und Speere. Zu seinem Schutz f\u00fchrte der Keltenkrieger einen gro\u00dfen ovalen Schild bei sich. Laut Dionysios haben die Kelten im Kampf ihre Schwerter \u00fcber den Kopf herumgewirbelt, sie hin und her durch die Luft gezogen und dann von oben drein gehauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Griechische Schriften enthalten die fr\u00fchesten Hinweise auf die Kelten oder Keltoi, wie die Griechen sie nannten. Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. werden die Kelten in Frankreich, Spanien und an der Nordseek\u00fcste als Bewohner erw\u00e4hnt. Der griechische Geograph Hekataios von Milet schrieb um 500 v. Chr. \u00fcber die Kelten in Frankreich, vor allem im Bereich von Massalia, dem heutigen Marseille. Und wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter sind in den Schriften von Herodot die Kelten als Volk am Oberlauf der Donau und jenseits der S\u00e4ulen des Herkules, der Stra\u00dfe von Gibraltar, aufgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"766\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-766x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5135\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-766x1024.jpg 766w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-768x1027.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-1149x1536.jpg 1149w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-9x12.jpg 9w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036-1200x1604.jpg 1200w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_0036.jpg 1425w\" sizes=\"auto, (max-width: 766px) 85vw, 766px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Besonders der griechische Geschichtsschreiber Polybios (2. Jhd. vor Chr.) liefert das vollst\u00e4ndigste Bild \u00fcber die Kelten aus dieser Zeit als Volk. Neben den Hinweisen \u00fcber die Bekleidung, die Waffen, Sitten und Gebr\u00e4uche war der Hinweis von Polybios besonders interessant \u00fcber die Gewohnheit der Kelten unbekleidet zu k\u00e4mpfen und die K\u00f6pfe ihrer Feinde abzuschneiden, um sie als Troph\u00e4en an das Zaumzeug ihrer Pferde zu h\u00e4ngen oder in Heiligt\u00fcmern auszustellen. Diodoros von Sizilien, griechischer Historiker im 1. Jhd. vor Chr. beschreibt ebenfalls den keltischen Kopfkult. &#8222;<em>Die K\u00f6pfe der gefallenen Feinde hauen sie ab, binden sie ihren Pferden um den Hals; die blutige R\u00fcstung geben sie ihren Dienern und lassen sie unter Jubelgeschrei und Siegeslieder zur Schau tragen. Zu Hause nageln sie diese Ehrenzeichen an die Wand, gerade als h\u00e4tten sie auf der Jagd ein Wild erlegt.&#8220; <\/em>Andere historische Geschichtsschreiber wie Strabon oder Poseidonios zeigen sich angeekelt von dieser keltischen Sitte. Die K\u00f6pfe hochrangiger, m\u00e4chtiger Feinde wurden sorgsam in Zedern- oder Oliven\u00f6l einbalsamiert, in h\u00f6lzernen K\u00e4stchen aufbewahrt und so konnte man diese Sch\u00e4del voller Stolz seinen G\u00e4sten pr\u00e4sentieren. Was war der Grund. Die Kelten verehrten den Kopf als Sitz der Seele. So besa\u00df er eine gro\u00dfe Anziehungskraft, eine gro\u00dfe Macht und eine fast g\u00f6ttliche W\u00fcrde. Wer sich so einen Kopf des Feindes bem\u00e4chtigte, hielt nicht nur seine Seele in den H\u00e4nden, sondern auch dessen gesamte Kraft, die er zum Schutz seines Hauses verwenden konnte. Manch ein erbeuteter Kopf wurde \u00fcber der Haust\u00fcr oder sogar mehrere zum Schutz des Dorfes \u00fcber dem Tor angebracht. Vermutlich wurden manche Sch\u00e4del auch als Opfergaben und Tempelschmuck verwendet. In manchen Kultbezirken gab es steinerne Stelen mit eingelassenen Nischen, die mit Sch\u00e4deln best\u00fcckt wurden. Das beste Beispiel ist die Stele von Roquepertuse in S\u00fcdfrankreich. Zahlreiche Kopfdarstellungen auf Schmuck oder Waffen oder in Form von steinernen Sch\u00e4deln belegen diese Eigenheit arch\u00e4ologisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die R\u00f6mer immer \u00f6fters mit den Kelten konfrontiert wurden, besch\u00e4ftigten sich die r\u00f6mischen Schreiber sehr intensiv mit diesem Volk. Livius schrieb im ersten Jahrhundert v. Chr. als Erster eine Zusammenfassung \u00fcber die milit\u00e4rischen Zusammenst\u00f6\u00dfe der &#8222;Celtae oder Galli&#8220; mit den R\u00f6mern im 4. Jhd. v. Chr. Unter anderem mutma\u00dfte er, die Kelten h\u00e4tten die Alpen nur \u00fcberschritten, den sie w\u00fcrden &#8222;angelockt von den k\u00f6stlichen Fr\u00fcchten und insbesondere vom Wein.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Gallier von C\u00e4sar unterworfen waren, bestand noch der sogenannte raetische Keil. Hier wohnten unter Anderem die Boier, die Vindeliker und Noriker. Die Vindeliker, die den schw\u00e4bischen Teil S\u00fcddeutschlands besiedelten, teilten sich in die vier St\u00e4mme der Cosuaneten, Rukinaten, Likatier und Catenaten auf. Die Kelten, die von Horaz als &#8222;siegreiche Scharen&#8220; bezeichnet wurden, stellten f\u00fcr Rom ein Sicherheitsrisiko dar. Denn man wusste um die moderne Waffentechnik und Waffenherstellung der Kelten. Das norische Eisen (ferrum noricum) war auch den R\u00f6mern ein Qualit\u00e4tsbegriff. Sie importierten es ja selbst aus dem Gebiet der Noriker, das durch eine &#8222;friedliche Unterwerfung&#8220; und Vertr\u00e4ge an Rom gebunden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Manching und Kelheim sind gro\u00dfe Eisenschmieden nachweisbar und von daher kamen vorz\u00fcgliche Schwerter. Sie waren in der Regel bis zu 80 cm lang, hiebfest, biegsam und hatten scharfe Schneiden. Von ebensolcher Qualit\u00e4t waren auch Lanzenklingen und eiserne Helme. Die von den Kelten erfundenen Kettenhemden hatten auch in der r\u00f6mischen Armee ihre Verwendung gefunden. Trotzdem fasste man in Rom den Beschluss der keltischen Bedrohung endg\u00fcltig ein Ende zu machen. &#8222;Ganz Germanien muss R\u00f6misch werden!&#8220; entschied Kaiser Augustus. Durch die Beseitigung des raetischen Keiles, der L\u00fccke zwischen dem gallischen Rhein und der illyrischen Donau durch die Adoptivs\u00f6hne des Augustus, Tiberius und Drusus im Jahre 15 v. Chr. erfolgte ein weiterer Schritt der r\u00f6mischen Expansionspolitik. Ein r\u00f6mischer Sieg, angeblich am 1. August 15 v. Chr. in einer schweren Schlacht errungen, beendete den Feldzug und sicherte die r\u00f6mische Herrschaft \u00fcber die Zentralalpen und das Voralpengebiet bis zur Donau. Wo genau diese Schlacht stattgefunden haben soll ist bis heute nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00f6mer siegten und Seneca schreibt erfreut, &#8222;<em>dass der Sieg \u00fcber die Feinde als Befriedung der Alpenl\u00e4nder zu sehen ist.&#8220;<\/em> 32 Jahre sp\u00e4ter schreibt Strabo um 17 n. Chr. &#8222;<em>Seitdem halten sie Ruhe und bezahlen ordentlich ihre Steuern&#8230;&#8220;<\/em> \u00dcber die Kelten schrieb er unter anderem schlie\u00dflich &#8222;.<em>..Die Frauen sind fruchtbar und sorgsam in der Kinderpflege. Die M\u00e4nner hingegen sind bessere Krieger als Bauern. Jetzt sind sie nach Niederlegung der Waffen gezwungen die Felder zu bestellen.&#8220;<\/em> Da nach der Besetzung 15. v. Chr. immer noch die Gefahr einer Rebellion gegeben war, wurden viele junge M\u00e4nner nach S\u00fcden verschleppt, wo sie Soldaten und Sklaven wurden &#8230;&#8220; berichtet Cassius Dio. <em>&#8222;Deshalb hat man nur so viele M\u00e4nner zur\u00fcckgelassen, die bef\u00e4higt sind, die Felder zu bestellen, aber unf\u00e4hig einen Aufstand zu beginnen.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Noch heute erinnert ein Denkmal n\u00f6rdlich von Monaco, das Tropaeum Alpium&#8220; von La Turbie an den Sieg \u00fcber die Kelten. Von der Inschrift sind aber nur noch Reste erhalten. Von Plinius Secundus ist der gesamte Text \u00fcberliefert. Er nennt in diesem Zusammenhang vier St\u00e4mme der geschlagenen Vindeliker: Die Cosuaneten, die Rukinaten, die Likanier und die Catenaten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Gefahr eines Aufstandes wurde auch dadurch begegnet, dass die Druiden als Tr\u00e4ger der keltischen Kultur und Religion mit allen Mitteln bek\u00e4mpft und die Aus\u00fcbung ihrer T\u00e4tigkeit verboten wurde. Das eroberte Gebiet wurde in zwei Provinzen aufgeteilt. Raetien, das sich vom Inn bis zum Bodensee erstreckte und Noricum, dessen Gebiet vom Inn bis nahe Wien reichte. Als Verwaltungshauptstadt wurde bei den Raetern Augsburg eingerichtet, das ein r\u00f6mischer St\u00fctzpunkt allererster Ordnung war. Man wei\u00df nicht wie viele Kelten sich nach der Besetzung durch die R\u00f6mer noch im Nordalpenraum aufgehalten haben. Die Kelten waren gr\u00fcndlich geschlagen und die K\u00e4mpfe und nachfolgenden Verschleppungen nach 15 v. Chr. kosteten sicherlich vielen Menschen das Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ganz Gallien vom Rhein bis zur Donau endg\u00fcltig der r\u00f6mischen Herrschaft unterstellt war, nahmen die Kelten schnell die Lebensweise der Eroberer an. Das Land wurde durch Villae Rusticae, gro\u00dfe Gutsh\u00f6fe zur Versorgung der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung und des Milit\u00e4rs, landwirtschaftlich erschlossen. Auch machte die r\u00f6mische Kultur einen gro\u00dfen Eindruck auf die einheimische Bev\u00f6lkerung. Nie gekannter Luxus wurde pl\u00f6tzlich greifbar. Prunkvolle Thermenanlagen und andere Geb\u00e4ude aus Stein lie\u00dfen die eigenen Traditionen verblassen. Eine umfassende Organisation bedeutete das Ende aller Hungersn\u00f6te. Ein gut funktionierendes Stra\u00dfennetz er\u00f6ffneten dem Kulturaustausch mit anderen V\u00f6lkern neue M\u00f6glichkeiten. Die starke Hand des r\u00f6mischen Imperiums war in allen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens sp\u00fcrbar. Auch wenn Latein und der sp\u00e4tere Kaiserkult in den Provinzen gef\u00f6rdert wurde, kam es zu einem Arrangement beider V\u00f6lker. Besonders im religi\u00f6sen Bereich wurden in Tempelbezirken keltische und r\u00f6mische Gottheiten nebeneinander verehrt. Auch dr\u00fcckte sich die kultische \u00dcberzeugung im keltischen Kunsthandwerk aus. Die heimische Oberschicht behielt ihren Einfluss und wurde im r\u00f6mischen Interesse t\u00e4tig. Sie subventionierte zum Beispiel Theater oder \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude und B\u00e4der, befehligte als Offiziere sogar Truppenteile der r\u00f6mischen Armee.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies beweist, dass zum Beispiel noch 122 Jahre nach dem Einmarsch der R\u00f6mer die keltischen Boier in Bayern wohnen. So wurde 278 n. Chr. ein &#8222;Dux&#8220; (Oberbefehlshaber) des Limes in Raetien namens Boius genannt. 15 Jahre sp\u00e4ter bekleidete ein Bonus, ebenfalls ein Boier, diese Stelle. Dass die Kelten mit der Zeit in die h\u00f6heren und h\u00f6chsten Gesellschaftsschichten eindringen konnten verraten Grabsteine. So erscheint auf einem Regensburger Epithaph um 200 n. Chr. der keltische Frauenname Diveca.<\/p>\n\n\n\n<p>Milit\u00e4rischen Ruhm erlangten keltische Krieger als Hilfstruppen (Auxilliartruppen) in r\u00f6mischen Diensten. Besonders die keltische Reiterei, die unter C\u00e4sar als Auxilliareinheiten einen besonderen Stellenwert erreichte, formte aus der r\u00f6mischen Armee, die \u00fcber l\u00e4ngere Zeit die beste schwere Infanterie stellte, eine unschlagbare Einheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den alten Eroberern, einst der Schrecken Europas, waren Unterworfene geworden. Nachdem das r\u00f6mische Weltreich zusammenbrach, entstand in Irland und auf den Hebriden nochmals die keltische Kultur. <\/p>\n\n\n\n<p> <strong><em>Literaturhinweise<\/em>:<\/strong> <strong>De bello Gallico, der gallische Krieg.<\/strong> <em>Bericht des r\u00f6mischen Feldherrn Gaius Julius C\u00e4sar \u00fcber seinen Feldzug 58 &#8211; 51\/50 v. Chr. Das Werk stellt die Ereignisse zu C\u00e4sars Feldz\u00fcgen dar. Der Bericht ist aber durch sein Eigeninteresse gepr\u00e4gt und deshalb als objektive historische Quelle umstritten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herrscher der Eisenzeit -Die Kelten (2023).<\/strong> <em>Auf den Spuren einer geheimnisvollen Kultur. Von ihren antiken Nachbarn gesch\u00e4tzt als gesch\u00e4ftst\u00fcchtige H\u00e4ndler und Kunsthandwerker, dann als Eroberer gef\u00fcrchtet &#8211; Ralph Hauptmann, Nikol-Verlag &#8211; ISBN 9783453120471 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Literatur nach Erscheinungsdatum, Verfasser und Titel:<\/strong> <em><strong>1975<\/strong>-Duncan Norton Taylor-Die Kelten, <strong>1980<\/strong>-Barry Cunliffe-Die Kelten und ihre Geschichte, <strong>1980<\/strong> &#8211; Salzburger Landesausstellung in Hallein &#8211; Die Kelten in Mitteleuropa, <strong>1989<\/strong> &#8211; Ruth and Vincent Megaw &#8211; Celtic Art from the Beginning to the Book of Kells, <strong>1993<\/strong>-Pr\u00e4historische Staatssammlung M\u00fcnchen-Das Keltische Jahrtausend, <strong>1996<\/strong>-Simons James-Das Zeitalter der Kelten, <strong>1998<\/strong>-Juliette Wood- Die Lebenswelt der Kelten, <strong>1999<\/strong>-David Sandison-Schwert und Schild, Die Kunst der Kelten, <strong>2001<\/strong>-Time-Life-Buchreihe-Die Kelten, Europas Volk der Eisenzeit, <strong>2001<\/strong>-Stephen Allen-Die Kelten 300 v. Chr. -100 n.Chr., <strong>2002<\/strong>-John Haywood-Die Zeit der Kelten, <strong>2003<\/strong>-Elena Percivaldi-Das Reich der Kelten, <strong>2019<\/strong> &#8211; Gabriele Esposito &#8211; Celtic Europe, <strong>2022<\/strong> &#8211; Gioal Canestrelli &#8211; Celtic Warfare.       <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinweis:<\/strong> Wir werden versuchen innerhalb des Textes Fotos und Grafiken einzubinden. <\/p>",
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