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    "id": 3380,
    "date": "2023-12-09T20:24:53",
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        "rendered": "Legio II Italica &#8211; Die \u00c4rzte im antiken Rom"
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        "rendered": "<p>Als im zweiten Jahrhundert v. Chr. die R\u00f6mer die griechischen Staaten bezwangen, kam neben der Kunst, der Wissenschaft und der Literatur die Heilkunst mit allen ihren Facetten in das r\u00f6mische Reich. Neben den in der Heilkunst ausgebildete \u00c4rzten aus Griechenland und Kleinasien kamen auch sich nennende \u00c4rzte in die Hauptstadt Rom, die sich als Pfuscher und Blender erwiesen. Das schnelle, leicht verdiente Geld lockte. Das republikanische Rom war zu dieser Zeit von Pharmazie, eine auf anatomischen Studien beruhende Chirurgie oder sogar Fachliteratur f\u00fcr angehende Mediziner weit entfernt. Man war immer noch dem Glauben an \u00fcbernat\u00fcrliche M\u00e4chte verhaftet. So riefen \u00e4u\u00dferst fromme R\u00f6mer bei Krankheiten die G\u00f6tter, z.B. Minerva, Hygieia, sowie die G\u00f6ttinnen Febris und Mefitis an. Bei Krankheitsf\u00e4llen wurden auch die Verordnungen des <em>pater familias<\/em> befolgt. Dieser entschied \u00fcber die zu praktizierende Behandlung. Auch konzentrierten sich viele Bereiche der Heilkunst bei den R\u00f6mern auf Zauberspr\u00fcche. Hausmittel, wie zum Beispiel Wein mit verschiedenen Beimischungen, die dem Patienten zur Anwendung verabreicht wurden, wirkten nicht immer. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"361\" height=\"945\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Aesculapstab.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4223\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Aesculapstab.jpg 361w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Aesculapstab-115x300.jpg 115w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 85vw, 361px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Aesculapstab &#8211; (c) Foto Klaus Peter Horack<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist bekannt, dass sich ein griechischer Medicus mit Namen Archagathus um 219 v. Chr. in Rom niederlie\u00df. Durch seine mehr oder weniger guten Erfolge bei der Behandlung der Patienten mit Messer und Brenneisen bekam er den Spitznamen Carnifex (Schinder oder Henker). Nachdem das R\u00f6mische Reich immer mehr Gebiete wie Gallien, R\u00e4tien, Noricum und Britannien eroberte und besetzte, war der Bedarf an richtigen \u00c4rzten sehr gro\u00df. Aus Griechenland oder Kleinasien stammende und in der aktuellen Medizin ausgebildete \u00c4rzte kamen nun auch in die Randgebiete des Reiches. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben den chirurgischen Methoden d\u00fcrften die weiteren Bereiche der Anwendung von Heilkr\u00e4utern und Medikamenten nicht vergessen werden. Zur Schmerzbek\u00e4mpfung wurden viele Kr\u00e4uter, Pflanzenextrakte und Mineralien zur Heilung der Kranken verwendet. Plinius (23 &#8211; 79 n. Chr.) hatte in seiner Naturgeschichte \u00fcber die Heilwirkung von Pflanzen geschrieben. Der ber\u00fchmteste Pharmakologe des Altertums war Pedanios Dioskurides, der in der Zeit des Kaisers Nero lebte und eine ausf\u00fchrliche Arzneimittellehre in mehreren B\u00fcchern geschrieben hat. Hier wurden Heilkr\u00e4uter und Heilwurzeln, Pflanzenextrakte. \u00d6le, heilkr\u00e4ftige Erden und Mineralien behandelt. Auch beschrieb er das Aussehen und die Herkunft der Pflanze bzw. gab Hinweise zur Aufbereitung und Anwendung. Die bakterizide Wirkung von Wein und Honig war den \u00c4rzten bekannt. Essig, Alaun und Medikamente wie Eisen und Kupferhammerschlag (Kupfergranulat) dienten zur Blutstillung und Behandlung von Wunden. Eiternde Wunden wurden mit Baldrian, Myrrhe und Weihrauch behandelt. Bei einer Unzahl von Leiden kamen Klistiere zur Anwendung. Nieswurz war ein beliebtes Abf\u00fchr- und Brechmittel und Mohnsaft und Bilsenkraut dienten der Schmerzlinderung. Viele Salben und Drogen wurden von weit her, meist aus dem arabischen Orient eingef\u00fchrt. Manche Salbe war Heilsalbe oder von \u00c4rzten nach eigener Rezeptur hergestellt. Viele Medikamente und Pflanzenextrakte bedurften einer Vielzahl von komplizierten Zusammensetzungen. Die \u00c4rzte, die diese herstellten und anwendeten, sind leider nicht bekannt und es wurde nichts schriftliches \u00fcberliefert. Einige Pflanzengattungen, die f\u00fcr Medikamente verwendet wurden, existieren heute nicht mehr und die Einzelbestandteile der Rezepturen lassen sich nicht mehr eindeutig identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den medizinischen Erfolgen, die so mancher Medicus vorweisen konnte, spielte das Honorar eine wichtige Rolle. Der r\u00f6mische Staatsbeamte und Naturforscher Gaius Plinius Secundus (23 &#8211; 79 n. Chr.) behandelte in seiner  Naturgeschichte (Naturalis Historia) neben den Heilmitteln die medizinischen Schulen und Anschauungen jener Zeit, um sich dann \u00fcber die Mode\u00e4rzte und \u00c4rzte am Kaiserhof auszulassen. So soll der Leibarzt des Kaisers Claudius, Gaius Stertinius Xenophon 500.000 Sesterzen Honorar im Jahr bekommen haben. Xenophon wurde um 10 n. Chr. in Kos geboren (+ 54 n. Chr.) und erhielt dort seine medizinische Ausbildung. Er bekam das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht und war Leibarzt der Kaiser Tiberius, Caligula und Claudius. Reich und angesehen kehrte er nach dem Tod von Kaiser Claudius, obwohl man ihm nachsagte, er w\u00e4re an der Ermordung des Kaisers beteiligt gewesen, nach Kos zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"520\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-520x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3575\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-520x1024.jpg 520w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-152x300.jpg 152w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-768x1514.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-779x1536.jpg 779w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-1039x2048.jpg 1039w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-1200x2365.jpg 1200w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Skelett-Paul-Getty-Museum-scaled.jpg 1299w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 85vw, 520px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Tanzendes Skelett aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Ein Miniaturskelett, bekannt bei den R\u00f6mern als Larva Convivalis (Gesellige Maske). Eine Erinnerung an die Wichtigkeit des menschlichen Lebens, die Notwendigkeit, den kurzen Zeitraum auf Erden zu nutzen und die Verg\u00e4nglichkeit des Menschen. Insgesamt sind 10 \u00e4hnliche Skelette bekannt. Eines aus Silber, eines aus Holz und die \u00fcbrigen Exemplare aus Bronze. Die unanatomische Darstellung der Knochen, die allen Skeletten gemeinsam ist, offenbart den Mangel an wissenschaftlicher Erkenntnis. Wichtiger war es, dass die kn\u00f6chernen Gespenster lebhaft waren und die flie\u00dfenden Tanzbewegungen ihrer beweglichen Gelenke betont wurden. Das vorliegende Skelett aus Bronze ist leider nicht vollst\u00e4ndig und befindet sich im Paul Getty-Museum. (C) Foto Klaus Peter Horack<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorurteil des Plinius richtete sich vor allem gegen die Mediziner, die aus dem Erhalt des Lebens monet\u00e4ren Gewinn ziehen w\u00fcrden. Trotzdem profitierten die R\u00f6mer auf dem Gebiet der Medizinwissenschaften und den damit einhergehenden Erkenntnissen aus Griechenland und Kleinasien. In der Kaiserzeit wurden viele Traktate von Schriftstellern verfasst, die zu einem gro\u00dfen Teil aus dem hellenistischen Osten des Reiches stammten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Autor in der Kaiserzeit war der R\u00f6mer Aulus Cornelius Celsus (25 v. Chr. &#8211; 50 n. Chr.), der zur Zeit des Kaisers Tiberius in einem gro\u00dfen Werk auch die Medizin behandelte. Seine acht B\u00fccher behandelten alle Bereiche \u00e4rztlichen Wirkens im Altertum: Anatomie, Di\u00e4tetik, Pharmakologie, innere Medizin, Dermatologie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Geburtshilfe und die Chirurgie. Celsus war \u00fcbrigens der erste antike Medizinschriftsteller, dessen Werk in der Neuzeit im Druck vorlag, nachdem das Werk 1460 entdeckt worden war. Obwohl bis heute nicht eindeutig gekl\u00e4rt ist, ob Celsus Arzt war oder Theoretiker, geht man davon aus, dass er mehr der Praktiker war. Ein weiterer gro\u00dfer Arzt der Kaiserzeit war Soranus von Ephesos, ein Grieche, der unter Kaiser Traian einige Schriften \u00fcber die Frauenheilkunde und Geburtshilfe hinterlie\u00df. Bedeutend ist auch das Werk \u00fcber Nieren- und Blasenleiden des Rufus von Ephesos (um 100 n. Chr.), einem Arzt und Schriftsteller. Der ber\u00fchmteste Arzt der r\u00f6mischen Kaiserzeit war Galenos von Pergamon. Ein Grieche, der 129 n. Chr. geboren (+ 216 n. Chr.), in Pergamon, Smyrna und Alexandria seine Ausbildung erhielt. Mit etwa 25 Jahren war er in Pergamon als Gladiatorenarzt t\u00e4tig. In Rom hatte er einen hervorragend Ruf, so dass er an den kaiserlichen Hof berufen wurde und unter anderem Commodus, den Sohn von Kaiser Marcus Aurelius betreute. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-1024x634.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3565\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-1024x634.jpg 1024w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-768x475.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-1536x950.jpg 1536w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-2048x1267.jpg 2048w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DSC_0051-Kopie-1200x743.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Medizinische Instrumente wie Schere, Zange- und Wundzange, Pinzette, gro\u00dfer Wundhaken, Spatel- und L\u00f6ffelsonde. (c) Foto Klaus Peter Horack<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausbildung<\/strong> <strong>und Status<\/strong> &#8211; Viele \u00c4rzte unterrichteten gegen Honorar eine Anzahl von Sch\u00fclern. Es gab unterschiedliche Zentren f\u00fcr die Ausbildung. Pergamon und Alexandria waren die bekanntesten Orte in der r\u00f6mischen Kaiserzeit. In dieser Zeit kamen die Spezialisierungen der \u00c4rzte dazu, die Schwerpunkte wie Augenheilkunde, Geburtshilfe. Gyn\u00e4kologie und die Chirurgie w\u00e4hlten. Bekannt ist ein Wandbild in der Katakombe an der Via Latina in Rom. Hier \u00f6ffnet der Arzt im Kreise seiner Sch\u00fcler einen Leichnam. Ein r\u00f6mischer Arzt verdiente seinen Lebensunterhalt durch seine Wissenschaft. Der Gro\u00dfteil von ausl\u00e4ndischen \u00c4rzten kam vor allem aus  Griechenland. Ihr guter Ruf eilte ihnen voraus und viele konnten ein gro\u00dfes Verm\u00f6gen verdienen. Erstrebenswert war auch das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht. Auf den gro\u00dfen Landg\u00fctern mit sehr vielen Personen kam es vor, dass Sklaven zum Arztberuf ausgebildet wurden. Dies beweisen Grabsteine, auf denen Freigelassene sich mit dem Titel Medici bezeichneten. Ebenfalls wurden Grabinschriften gefunden, auf denen Frauen diesen Titel f\u00fchrten. Es darf jedoch angenommen werden, dass sich diese Frauen auf die Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie konzentrierten. In den St\u00e4dten gab es \u00c4rzte, die gegen einen festgelegten Lohn angestellt wurden. Dies war ein Anzeichen daf\u00fcr, dass die gr\u00f6\u00dfer werdenden St\u00e4dte und Gemeinden die Notwendigkeit erkannten, dass eine geregelte \u00e4rztliche Versorgung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung wichtig waren. Die Behandlung der Patienten erfolgte nicht gratis. In Inschriften ist immer wieder eine Befreiung der \u00c4rzte von Steuern, Abgaben und \u00c4mtern nachgewiesen. Gelegentlich mussten die Kaiser gegen den Missbrauch solcher Privilegien angehen. Der Gemeindearzt wurde in der sp\u00e4teren Kaiserzeit als <em>Archiatros<\/em> bezeichnet. Man kannte auch die <em>Archiatri Palatini<\/em>, \u00c4rzte des Kaiserhauses und die <em>Archiatri Populares<\/em>, die \u00c4rzte der st\u00e4dtischen Gemeinden. Die Pflichten der <em>Archiatri Populares<\/em> regelte in der Sp\u00e4tzeit ein Edikt Kaiser Constantin aus dem Jahr 321 n. Chr. Hier wurde ihre Ernennung, m\u00f6gliche Absetzung bei Unf\u00e4higkeit, die Verpflichtung zum Unterricht, die Befreiung von Abgaben und die Besoldung aufgef\u00fchrt. <em>    <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"854\" height=\"566\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCI0062.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3513\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCI0062.jpg 854w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCI0062-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/DSCI0062-768x509.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Darstellung Instrumentenschrank mit medizinischen Instrumenten aus r\u00f6mischer Zeit zwischen 150 und 210 n.Chr.\/Tempel Kom Ombo-Ober\u00e4gypten\/Nilkreuzfahrt 2023\/ (C) Foto Klaus P. Horack<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Milit\u00e4rmedizin<\/strong> &#8211; Das r\u00f6mische Heer bedurfte einer durchorganisierten \u00e4rztlichen Versorgung. Insgesamt sind 19 Legionen der r\u00f6mischen Armee bekannt, bei denen es 42 Hinweise auf Legions\u00e4rzte gab. Der r\u00f6mische Milit\u00e4rschriftsteller Vegetius verfasste  im vierten Jahrhundert n. Chr. eine <em>Epitoma rei militaris<\/em>, ein Handbuch des r\u00f6mischen Milit\u00e4rwesens. Hier wird in einem seiner Kapitel eine Gesundheitsvorsorge und \u00e4rztliche medizinische Versorgung aufgef\u00fchrt, um  die Einsatzf\u00e4higkeit der Soldaten zu bewahren. Bei dem Bau von Standlagern wurde vorrangig auf die Trinkwasserversorgung geachtet. Die sanit\u00e4ren Anlagen, d.h. Latrinen und B\u00e4der geh\u00f6rten zur standardm\u00e4\u00dfigen Einrichtung r\u00f6mischer Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte. Selbstverst\u00e4ndlich waren Lazarette f\u00fcr Verwundete und Kranke in den Lagern. Nach Vegetius geh\u00f6rte es zu den Pflichten des <em>praefectus castrorum<\/em>, des zweith\u00f6chsten Befehlshabers einer Legion, das Sanit\u00e4tswesen der Einheit zu organisieren. Das eigentliche medizinische Personal gliederte sich auf in den <em>optio veletudinarii<\/em>, dem Leiter des Lazaretts.  Ihm untergeben waren die <em>medici<\/em>, die \u00c4rzte der Legion; hinzu kamen <em>capsarii, <\/em>Krankenpfleger\/Sanit\u00e4ter (der Name kommt wohl von der <em>capsa<\/em>, ein rundes Beh\u00e4ltnis aus Leder f\u00fcr Verbandszeug und Bandagen). Unter den <em>medici<\/em> gab es unterschiedliche R\u00e4nge. In der Regel geh\u00f6rten sie dem Centurionenstand an. Man kennt aber auch <em>milites medici<\/em>, die dem Mannschaftstand zuzurechnen waren. Man geht davon aus , dass zu einer Legion rund 10 \u00c4rzte mit dem dazugeh\u00f6rigen Personal geh\u00f6rten. In der Regel behandelten die m<em>edici<\/em> einer Legion alle m\u00f6glichen Verletzungen und Krankheiten. Es ist aber auch von Spezialisten die Rede, so von <em>chirurgi<\/em>  und <em>medici ocularii<\/em>, Augen\u00e4rzten. Obwohl in Friedenszeiten die Behandlung von Krankheiten jeglicher Art zu den Aufgaben des Milit\u00e4rarztes z\u00e4hlten, lag der Schwerpunkt seiner T\u00e4tigkeit bei K\u00e4mpfen im chirurgischen Bereich. Bei der Behandlung von Wunden, bei der Entfernung von Geschossen, notfalls auch Amputationen. Wie die Behandlung der Soldaten im Felde aussah zeigt anschaulich die Traianss\u00e4ule in Rom. Hier werden Verwundete von <em>capsarii<\/em> auf einem Verbandsplatz gesammelt, einem Kavalleristen wird der Oberschenkel verbunden und ein Legionssoldat wird von einem Medicus untersucht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"983\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-983x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3576\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-983x1024.jpg 983w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-288x300.jpg 288w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-768x800.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-1475x1536.jpg 1475w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-1967x2048.jpg 1967w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lederrolle-fuer-medizinische-Geraetschaften-1200x1250.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"663\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-1024x663.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3577\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-1024x663.jpg 1024w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-768x497.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-1536x994.jpg 1536w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-2048x1326.jpg 2048w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Inhalt-medizinische-Geraetschaften-1200x777.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Medizinische Instrumente wie Skalpell, Knochenmei\u00dfel, Spatel- und L\u00f6ffelsonde, Pinzette und Blasensteinhaken. (c) Fotos Klaus Peter Horack  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Lazarett\/Krankenhaus im r\u00f6mischen Milit\u00e4rlager<\/strong> &#8211; Bei Ausgrabungen in r\u00f6mischen Milit\u00e4rlagern wurden immer Lazarette (<em>valetudinaria<\/em>) ausgegraben. Architektonisch gesehen hatten alle den gleichen Bautypus. Um einen Innenhof ordneten sich im Rechteck zwei Reihen von Krankenkammern, die ein Mittelkorridor trennte. Es konnten mehrere Kammern nebeneinander liegen, die man vom Hauptkorridor betrat. Der windgesch\u00fctzte Innenhof diente wahrscheinlich als Platz, auf dem sich die Rekonvaleszenten ausruhen konnten.   Die Bauweise schwankte je nach Zeitstellung und Funktion. Zeigten fr\u00fchere Lazarette eine einfache Holzkonstruktion, so waren bei dauerhaft belegten Anlagen wie in Castra Vetera II\/Xanten die Lazarette bereits gemauert. In Xanten ist noch ein Bad neben Abort gesichert, daneben ein Raum, der vermutlich eine K\u00fcche enthielt. Im Legionslager Novae in der N\u00e4he des Ortes Svisthov (Bulgarien) befand sich ein Lagerlazarett, das zu den fr\u00fchesten in Stein errichteten und gr\u00f6\u00dften (\u00fcber 6000 qm) im R\u00f6mischen Reich geh\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Lager kleinerer Auxiliareinheiten besa\u00dfen Krankenh\u00e4user. Bestes Beispiel ist das <em>Valetudinarium<\/em> des Kastells K\u00fcnzing\/Quintana. Es war ein rechteckiges Holzgeb\u00e4ude von 32,5 m L\u00e4nge und 14 m Breite aus dem 1. und fr\u00fchen 2. Jahrhundert n. Chr. Alle Lazarette\/Krankenh\u00e4user lagen in der N\u00e4he der Prinzipia, der Stabsgeb\u00e4ude. Hier in einem eher ruhigen Teil des Lagers fanden die Kranken die n\u00f6tige Ruhe und Abgeschiedenheit. Zum Schluss ist noch anzumerken, dass, obwohl der Typus eines Milit\u00e4rlazaretts gut bekannt ist, in einer r\u00f6mischen Stadt ein Krankenhaus bis jetzt nicht identifiziert werden konnte.          <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"498\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-1024x498.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3578\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-1024x498.jpg 1024w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-768x373.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-1536x746.jpg 1536w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-2048x995.jpg 2048w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Lazarett-Xanten-1200x583.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Modell eines Lazaretts in Castra Vetera II\/Xanten. (C) Foto Klaus Peter Horack<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grabbeigaben, Funde und Grabinschriften<\/strong> &#8211; Eine wichtige Fundquelle sind die Gr\u00e4ber r\u00f6mischer \u00c4rzte, die \u00e4rztliche Ger\u00e4tschaften beinhalteten. Insgesamt sind zum jetzigen Zeitpunkt etwa 100 Bestattungen bekannt. Anhand von Grabbeigaben von M\u00fcnzen erstreckten sie sich im wesentlichen \u00fcber den Zeitraum vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Als Gl\u00fccksf\u00e4lle f\u00fcr die Arch\u00e4ologen konnte man die 79 n. Chr. vom Vesuv zerst\u00f6rten St\u00e4dte Herculaneum und Pompeji sehen. Hier wurden bei einem Skelett in der N\u00e4he der gro\u00dfen Pal\u00e4stra medizinische Instrumente gefunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Meistens wurden als Grabbeigaben Skalpelle, Heber, Haken, Zangen, Sonden (h\u00e4ufig unterschiedlicher Art), Schr\u00f6pfk\u00f6pfe, gelegentlich Feilen, S\u00e4gen und Mei\u00dfel gefunden. Dazu kamen bronzene K\u00e4stchen f\u00fcr Medikamente, Salbreibsteine und Sonden, sowie Bronzeh\u00fclsen zur Aufnahme der Instrumente, die auch teilweise in Lederrollen gewickelt waren. Auch Grabsteine r\u00f6mischer \u00c4rzte mit bildlichen Darstellungen auf die berufliche Spezialisierung sind zu erw\u00e4hnen. Vielf\u00e4ltiges Material lieferten auch die Inschriften auf Grabsteinen und Alt\u00e4ren im r\u00f6mischen Reich. Auff\u00e4llig ist die Anzahl griechischer Namen. Auf den Grabinschriften kommt die \u00c4rzteschaft Roms weitestgehend aus dem griechischen Raum, vorzugsweise Kleinasien wie Pergamon, Ephesos oder Tralles. R\u00f6mische B\u00fcrger, Freigelassene und Sklaven sind gleicherma\u00dfen  vertreten. Vor allem der Medicus <em>ocularis<\/em>, der Augenarzt, tritt h\u00e4ufig auf. Gelegentlich \u00fcbte der Ehemann den Beruf des Arztes aus und die Ehefrau das Gewerbe der Hebamme. Dies wird auf einem Grabstein aus Ostia erw\u00e4hnt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"858\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie-1024x858.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3584\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie-1024x858.jpg 1024w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie-768x643.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie-1536x1287.jpg 1536w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie-1200x1005.jpg 1200w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0060-Kopie.jpg 1793w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nur selten zeigen leider antike Reliefs den Arzt bei der Arbeit. Gelegentlich beleuchteten die Inschriften auch die weniger erfolgreiche T\u00e4tigkeit r\u00f6mischer \u00c4rzte. <em><strong>In Rom hat sich ein Grabstein eines Freigelassenen erhalten mit dem Text, quem medici secarunt et occiderunt &#8211; &#8222;&#8230; den \u00c4rzte operiert und get\u00f6tet haben&#8230;&#8220;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"679\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-679x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5075\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-679x1024.jpg 679w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-768x1159.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-1018x1536.jpg 1018w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-1357x2048.jpg 1357w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-8x12.jpg 8w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1-1200x1811.jpg 1200w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC_0020-1.jpg 1393w\" sizes=\"auto, (max-width: 679px) 85vw, 679px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ein Teil der Repliken von medizinischen Ger\u00e4ten Holger Ratsdorf. Siehe www.hr-replikate.de <\/strong><\/p>",
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