{"id":479,"date":"2016-10-14T16:48:09","date_gmt":"2016-10-14T16:48:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.roemische-legion.de\/?page_id=479"},"modified":"2026-08-21T13:29:15","modified_gmt":"2026-08-21T13:29:15","slug":"lauriacum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.roemische-legion.de\/?page_id=479","title":{"rendered":"Lauriacum &#8211; Legionslager und Vicus"},"content":{"rendered":"<p>Das keltische K\u00f6nigreich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Noricum\">Noricum<\/a>, geografisch vom Inn bis an den Plattensee gelegen, wurde im Jahr 15. vor Christus friedlich von Rom besetzt. Die Donau wird nun Grenzstrom des r\u00f6mischen Reiches. Unter Kaiser Claudius (41 &#8211; 54 n. Chr.) erhielt Noricum den Status einer kaiserlichen Provinz mit einem Statthalter. R\u00f6mische Truppenkontingente wurden aber in Noricum nicht stationiert. Das norische Provinzheer bestand nur aus Hilfstruppeneinheiten. Erst w\u00e4hrend der Markomannenkriege gegen Ende des zweiten Jahrhunderts n. Chr. wird die neu gegr\u00fcndete <em>Legio II Italica <\/em>an die Donau kommandiert. Diese baute in Lauriacum (Enns\/Lorch, O\u00d6) ihr Standlager. Anhand von Funden wird vermutet, dass Anfang des 3. Jh. die LEGIO II ITALICA nach Albing (N\u00d6) verlegt werden sollte. Der Neubau des Lagers wurde begonnen, aber nicht vollendet. Die Legion verblieb in Lauriacum.<\/p>\n<figure id=\"attachment_239\" aria-describedby=\"caption-attachment-239\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/wordpress.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/lauriacum-legionslager.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-239\" src=\"http:\/\/wordpress.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/lauriacum-legionslager-300x151.jpg\" alt=\"Lauriacum Legionslager\" width=\"300\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/lauriacum-legionslager-300x151.jpg 300w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/lauriacum-legionslager-768x385.jpg 768w, https:\/\/www.roemische-legion.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/lauriacum-legionslager.jpg 867w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-239\" class=\"wp-caption-text\">Lauriacum Legionslager<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor der Verlegung der Legion nach Lauriacum mit ca. 6.000 Mann war es nur ein kleiner Ort am Zusammenfluss des aus den Alpen kommenden Enns-Flusses (Anisus oder Anisa) und der Donau. Hier errichtete die Legion ein Standlager mit dem Grundriss in Form eines Parallelogramms mit einer L\u00e4nge von 539 m und einer Breite von 398 m. Gesch\u00fctzt wurde das Lager (mit vier Toranlagen) durch eine hohe Umfassungsmauer und 26 Zwischent\u00fcrmen und einem vorgelagerten Graben.<\/p>\n<p>Nun war Lauriacum der wichtigste milit\u00e4rische St\u00fctzpunkt an der norischen Donau zwischen Innm\u00fcndung und Wienerwald und zeitweiliger Amtssitz des norischen Provinzlegaten. Das r\u00f6mische Milit\u00e4r nutzte den St\u00fctzpunkt rund 400 Jahre lang. (Der Kommandant der <em>Legio II Italica <\/em>wurde automatisch Statthalter der Provinz Noricum). Die neben dem Legionslager entstandene Zivilsiedlung (Vicus) erhielt unter Kaiser Caracalla (211 &#8211; 217 n Chr.) den Rang eines Munizipiums. Unter Kaiser Diocletian (284 &#8211; 305 n. Chr.) wurde Noricum in eine n\u00f6rdliche Provinz Noricum ripensis und eine s\u00fcdliche Provinz Noricum mediterraneum geteilt. Die <em>Legio II Italica<\/em> verblieb in Noricum ripensis (Ufernoricum). Als Verst\u00e4rkung wurde die neu aufgestellte Legion <em>Legio I<\/em> <em>Noricorum<\/em> in Favianis (Mautern) stationiert, so dass Ufernoricum zu einer Zweilegionenprovinz erhoben wurde. Lauriacum behielt die Position als Kommandostandort des nun dem Ritterstand angeh\u00f6rigen neuen Milit\u00e4rprovinzkommandanten, welcher den Titel <em>dux<\/em> f\u00fchrte. Unter Kaiser Constantinus I. (306 &#8211; 337 n. Chr.) erfuhr auch der Legionsstandort Lauriacum bei der Umstruktuierung der Grenzheere eine Schw\u00e4chung beim Personalstand. 341 und 378 n Chr. war Lauriacum Aufenthaltsort der r\u00f6mischen Kaiser Constantius II. bzw. Gratian.<\/p>\n<p>Die Reste der \u00e4ltesten zivilen Siedlung von Lauriacum sind seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. Hier konnten verschieden Wohnbauten entdeckt werden. In den Grundrisskonzepten geh\u00f6rten sie in den Zeitraum des 1. Jhd. n. Chr. W\u00e4hrend des 2. Jahrhunderts hatte sich diese Siedlung allm\u00e4hlich entlang der Limesstra\u00dfe nach Westen hin ausgedehnt. Die teilweise schon im 2. Jh. aufwendig mit Wandmalereien verzierten Wohnbauten wurden bis in das 4. Jh. genutzt, jedoch gegen dessen Ende verlassen. Im 5. Jh. wurden die Toten in und um die Ruinen bestattet.<\/p>\n<p>Durch die Verlegung der Legio II Italica entstand gemeinsam mit dem Legionslager eine neue Siedlung. Lauriacum ist der einzige r\u00f6mische Ort in Noricum, aus dessen Boden Bruchst\u00fccke einer bronzenen Stadtrechtsurkunde bekannt geworden sind. Somit wurde auch das neu gegr\u00fcndete Munizipium Lauriacum aus dem milit\u00e4rischen Verwaltungsbereich ausgegliedert, hatte aber keine eigene Stadtbefestigung. Gegen Ende des 4. Jh. begann eine Epoche der allgemeinen Verarmung. Nur noch einzelne H\u00e4user bzw. R\u00e4ume waren bewohnt. Die Bev\u00f6lkerungszahl nahm ab und auch Truppenteile aus dem Legionslager wurden wegkommandiert. Es erfolgte nun eine rege Baut\u00e4tigkeit ziviler Geb\u00e4ude im Legionslager selbst. Im 5. Jh. sind die alten Wohnviertel rund um das Legionslager verlassen und verfallen. Hinter den Legionsmauern lebten auch nach den Abzug der Truppen 488 n. Chr. noch Menschen. Das Legionslager hatte sich in einen Bischofssitz gewandelt. J\u00fcngste Grabungen zeigen anhand des Fundmaterials, dass eine ungebrochene Besiedelung bis in das fr\u00fche Mittelalter bestanden hat.<\/p>\n<p>Das historische Areal ist ein gesch\u00fctztes Bodendenkmal und seit 2021 geh\u00f6rt es offiziell zum UNESCO-Weltkulturerbe des Donaulimes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das keltische K\u00f6nigreich Noricum, geografisch vom Inn bis an den Plattensee gelegen, wurde im Jahr 15. vor Christus friedlich von Rom besetzt. Die Donau wird nun Grenzstrom des r\u00f6mischen Reiches. Unter Kaiser Claudius (41 &#8211; 54 n. 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