Legio II Italica – Helme / Helmets

Alle Fotos der römischen Helme – Sammlung (c) Klaus Peter Horack.

Der römische Helm, lat. Cassis oder Galea genannt, erfuhr im Laufe der Jahrhunderte im römischen Reich viele Änderungen. Dies war auch geschuldet an die Anforderungen im Gefecht mit den unterschiedlichsten Gegnern.

Zu Anfang orientierten sich die römischen Helme an den etruskischen Helmformen. Später kam der keltische Kulturkreis dazu mit der Form des Typs Montefortino. Aber auch Helmformen mit teilweisen griechischen Einfluss wurden getragen. Der attische Helmtyp wurde gerne im Bereich des Offizierskorps verwendet, z.B. von Tribunen. Römische Helme wurden erst aus Bronze, später aus Eisen gefertigt. Nach der Eroberung von Gallien durch Cäsar wurden keltische Helmformen zum gallo-römischen Stil entwickelt. Cäsarische Legionäre trugen noch z.B. den Typ Coolus-Mannheim mit einer einfachen Helmkalotte und einem kurzen oder nur angedeuteten Nackenschutz. Wangenklappen waren nicht vorhanden. Später kamen bewegliche Wangenklappen dazu und die Nackenschirme wurden immer größer. Bekannt wurden sie nach ihren Fundorten wie Hagenau, Weisenau mit ihren stilisierten Augenbrauen. Der Typ Weisenau war der bekannteste Typ. Zusätzlich gab es noch die Imperial Gallische und Imperial Italic-Helmreihe.

Während des 2. – 3. Jahrhunderts wurde eine weitere Helmform entwickelt. Den Typ Niederbieber, benannt nach seinem Fundort Niederbieber/Neuwied. Sowohl von der Infanterie, als auch von der Kavallerie verwendet, unterschied er sich grundlegend von den klassischen bekannten Helmformen. Neben einer optimalen Schutzfunktion des Gesichts trug er nun einen obenliegenden Bügel als Schlagschutz, die Wangenklappen schützten den Schläfen-,Wangen- und Kinnbereich und der Helm hatte einen ausladenden Nackenschirm.

Gegen Ende des 3. Jhd. erschienen neue Helmtypen bei der römischen Armee. Es handelte sich um die Kamm- bzw. Spangenhelme. Wurde die Helmkalotte ursprünglich aus einem Stück Metall getrieben, bestand der neue Kopfschutz aus zwei oder mehreren Segmenten, die zusammengenietet wurden. Diese kostengünstigen Helmtypen orientierten sich an sassanidischen und persischen Vorbildern. Auch die Wangenklappen wurden nun am Helmfutter (Leder) befestigt. Der bewegliche Nackenschutz wurde mit zwei Lederriemen am Helm angebracht. Auffällig war bei vielen Helmen der Nasenschutz (Nasal), der sich ebenfalls an den Helmformen aus dem Osten orientierte. Die Namen der einzelnen Helmnamen beziehen sich auf die Auffindungsorte wie Burgh Castle/Norfolk-England, Deurne/Holland, Berkasovo/Serbien, Augst/Schweiz, Augsburg, Koblenz/Deutschland und Intercisa/Ungarn . Man vermutet, dass die Einführung der neuen Helmtypen während der Heeresreform von Kaiser Diokletian (284 – 305) erfolgte.

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