Römische Legion

Salvete sehr geehrte Besucher und Besucherinnen auf meiner Homepage zur  LEGIO II ITALICA P.F., der IG LANCIARII LAURIACENSES und der LEGIO I NORICORUM

Die römischen Interessengemeinschaften (IG) LEGIO II ITALICA und (IG) LANCIARII LAURIACENSES wurden 2009 von Klaus Peter Horack und seiner Familie aus Großkarolinenfeld und Hans Veit aus Rosenheim gegründet. Klaus Peter Horack ist auch Mitbegründer der Keltengruppe KELTOI NORICI im Chiemgau. 2023 ist die IG LEGIO II ITALICA dem Kelten&Römer e.V. beigetreten. Die Interessengemeinschaft der LANCIARII LAURIACENSES wird durch mich weitergeführt.

Die zweite italische Legio (LEGIO II ITALICA) wurde nach ihrer Aufstellung 165 n.Chr. unter den Kaisern Marcus Aurelius Antoninus (Marcus Anninus Catilus Severus, 26.04.121 – 17.03.180 n. Chr.) und seinem Mitkaiser Lucius Verus (Lucius Aurelius Verus, 15.12.130 – 169 n. Chr.) ab 190 in Noricum Ripense (Ufernoricum) als Schutztruppe gegen die immer stärker auftretenden Germaneneinfällen eingesetzt. Das Legionssymbol war bei der Gründung der Steinbock und die römische Wölfin. Unter Kaiser Gallienus (260 – 268 n.Chr.) wurde auf dem Vexillum (Feldzeichen, Signum) nur noch die Wölfin mit den Zwillingen Romulus und Remus gezeigt. Die Abkürzung P.F. (Pia Fidelis) wurde von den Kaisern einer Legion verliehen und war ein ehrenvoller Beiname. Er bedeutete Pflichtbewusst, Loyal und Treu. Die Legion erhielt den Beinamen Pia Fidelis im Laufe ihrer Geschichte sieben Mal. Der Hauptstandort der Legion befand sich in Lauriacum, dem heutigen Enns (Oberösterreich) an der Donau. Truppenkontingente wurden stationiert z.B. als Beneficarier in Bedaium (Seebruck am Chiemsee), Legionäre in Boiotro (am Inn in Passau), Beneficarier in Ad Enum (am Inn bei Rosenheim), in Rom bei der Prätorianergarde, in der Provinz Africa (beim mobilen Einsatzheer) oder als Besatzung des Burgus Divita (Deutz) am Rhein.

Aus dieser Legion wurden Soldaten für die eigenständige Spezialtruppe, die Lanciarii Lauriacenses, herausgelöst. Der Namenszusatz Lauriacenses bezog sich auf den Ort ihrer vorherigen Stationierung. Unter dem Comes Illyricii, Befehlhaber der spätrömischen mobilen Eingreiftruppen (Comitatenses), wurden im 4. und 5. Jh. im Krisenfall die Lanciarii Lauriacenses an der oberen oder mittleren Donau eingesetzt.

Darstellung eines Soldaten der LANCIARII LAURIACENSES durch Klaus Peter Horack mit kurzen Wurfspeeren

Die entsprechenden Feldzeichen der LEGIO II ITALICA und der LANCIARII LAURIACENSES findet man auf dieser Homepage unter Römische Waffen und Ausrüstung.

Lanciarii in der Spätantike

Es wird vermutet, dass einige Einheiten der Lanciarii mit dem Comitatus (bewaffnete Eskorte) verbunden waren. Es war eine mobile Feldtruppe, die zum Beispiel den Tetrarchiekaiser Diokletian begleitete und zweifellos ist ihr Ursprung bei den strategischen Reservetruppen unter Kaiser Gallienus zu finden. In der Rangordnung standen die Lanciarii über einem Legionär oder einem Grenzgarnisonssoldaten (Limitanei), rangierten aber unter den Mitgliedern der Garde (Scholae). Somit repräsentierten die Soldaten einen gewissen Elitestatus innerhalb der kaiserlichen Garde. Neben ihren langen Speeren wie Hasta und Spiculum führten sie auch leichte Wurfspeere (Verutae) in Köchern auf dem Rücken und Plumbatae (bleibeschwerte Wurfpfeile) in der Innenseite des Schildes mit. Sie fungierten als leichte Infanterie und waren hochspezialisierte Soldaten. Es gab auch berittene Einheiten der Lanciarii. Sie konnten für Aufklärungs- und Verfolgungsmissionen nach einer Schlacht eingesetzt werden, da sie sehr beweglich ohne hinderliche Panzerung waren.

Lanciarii? Foto (C) Klaus Peter Horack, Mosaik aus der Villa Romana des Casale/Piazza Armerina/Enna-Sizilien

Laut Ammianus Marcelinus (Römischer Historiker von 330 – 395 n. Chr.) war es der schweren römischen Infanterie ausdrücklich verboten, die Kampfformation zu verlassen, um fliehende Gegner zu verfolgen. Für diese Aufgabe wurden die Lanciarii und die Kavallerie herangezogen. In der Spätantike wurden sie als Teil der erweiterten Garde oder als bewegliche selbstständige Infanterieeinheiten des römischen Imperiums eingesetzt.

Interesse an einem Vortrag in ihrer Schule? Unsere Schwerpunkte sind neben den Vorträgen auch das Zeigen von Repliken von Alltagsgegenständen und Militärausrüstungen, die sich über die Jahrhunderte laufend verändert haben. Nehmen sie mit mit Kontakt auf. Sie erhalten garantiert eine Nachricht. Siehe auch unter Schulprojekt.

Ich möchte darauf hinweisen, dass unter der Überschrift „Auch gewusst?“ auf dieser Homepage Themen aus der Zeit der Römer behandelt werden, die sich gut zur Ergänzung beim Geschichtsunterricht in Realschulen und Gymnasien eignen. Ich bin laufend bemüht die einzelnen Bereiche mit Fotos und weitere Texte zu neuen Themen anzubieten. Bei Interesse können sie die Texte auch für ihren Unterricht herunterladen. Ich benötige nur eine kurze Nachricht welchen Text/e sie kopieren  wollen.

Schildbemalung der Eliteeinheit Lanciarii Lauriacenses und der Legio II Italica P.F.

Lanciarii Lauriacenses
Lanciarii Lauriacenses
Secundani Italiciani
Secundani Italiciani

Für die Lanciarii Lauriacenses und die Legio II Italica ist die Schildbemalung bekannt. Durch verschiedene Kopien der Notitia Dignitatum (München, Paris, Oxford, Madrid) sind verschiedene Schildbemalungen bekannt. Die hier abgebildeten Schildbemalungen entstammen der Notitia Dignitatum der Bayerischen Staatsbibliothek.

Scientia potentia est – Wissen ist Macht – Klaus Peter Horack alias Gordianus Claudius Superius